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Nichtraucherschutz: top oder Flop?


Viele Gaststätten halten sich nicht an Rauchverbot


Seit etwas mehr als drei Jahren fordert das Gesetz rauchfreie Lokale. Drei Viertel der Deutschen befürworten das Rauchverbot in Kneipen und Bars. Viele Gaststättenbesitzer sehen das aber anders, sie lassen ihre Gäste weiterqualmen. Trotz Gesetz fehlt hier von Nichtraucherschutz jede Spur.

Kneipen zu 80 Prozent verqualmt

Forscher des deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg fragten sich, wie es um den Nichtraucherschutz in Deutschland bestellt ist. Anfang des Jahres nahmen sie knapp 3.000 gastronomische Betriebe in neun Großstädten unter die Lupe, darunter auch die beiden Metropolen Berlin und München.

Das ernüchternde Fazit: In vier von fünf Kneipen und Bars trübt Zigarettenrauch noch immer die Luft. Das gleiche gilt für Spielhallen – auch hier füllen sich Aschenbecher. Die rote Karte in Sachen Nichtraucherschutz bekam Düsseldorf. Hier gibt es nicht nur die höchste Dichte an Raucherkneipen, die meisten Betreiber vergessen auch, die Raucherkneipe als solche zu kennzeichnen – obwohl sie dazu verpflichtet wären. München schnitt von allen Städten am besten ab. Lediglich 17 Prozent der Kneipen lassen Gäste geschlossener Gesellschaften zu Zigaretten greifen: Die einzige Ausnahme, die das generelle Rauchverbot in Bayern zulässt.

Auch mit dem Jugendschutz nehmen es viele Gaststättenbetreiber nicht so genau. Bei über 60 Prozent der Raucherkneipen vermissten die Forscher den Hinweis im Eingangsbereich, dass der Zutritt erst ab 18 Jahren erlaubt ist.

Die Passivrauch-Falle

In Deutschland kann es also schnell passieren, ungewollt in einer Raucherkneipe zu landen. Das Tückische dabei: Selbst, wenn diese über spezielle Raucherräume verfügen, bleibt die Schadstoffbelastung im Nichtraucherbereich erhöht. Demnach bringen Ausnahmeregeln auch nicht das erwünschte Ziel. Die Forscher betrachten den Nichtraucherschutz – so wie ihn Deutschland bisher umsetzt – als gescheitert. Sie fordern ein bundesweit einheitliches Rauchverbot.


25.05.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Dr. nat. med. Anke Kopacek


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